Der beste Espresso für Siebträgermaschinen
Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 3 Min.

Ein einziger Espresso, und trotzdem ein Dutzend verschiedener Getränke. Klingt nach Übertreibung, ist aber ziemlich genau das, was in der Tasse passiert, sobald Milch, Wasser oder ein Schuss Grappa dazukommen. Am Anfang steht immer derselbe Schuss aus der Siebträgermaschine, kurz, stark, mit einer feinen Crema obenauf.
Wie gut der wird, hängt an ein paar Stellschrauben: Bohne, Röstung, Mahlgrad und Extraktion. Und danach entscheidet sich, welche Richtung du einschlägst, ob verkürzt, verlängert oder mit Milch aufgegossen.
Frische Bohnen und die richtige Mischung
Am Anfang steht die Bohne. Kauf am besten bei einer Rösterei oder einem Fachhändler, der regelmäßig frische Chargen anbietet. Frisch geröstete Bohnen bringen mehr Aromen und Säuren mit, und genau die brauchst du für eine gute Extraktion.
Für Espresso lohnt sich eine Mischung, die genau dafür entwickelt wurde. Solche Blends kombinieren mehrere Kaffeesorten, damit Süße, Säure und Bitterkeit im Gleichgewicht bleiben.

Röstung und Mahlgrad im Zusammenspiel
Auf die Röstung kommt es auch an. Für Siebträgermaschinen eignet sich meist eine mittlere bis dunkle Röstung. Zu dunkel geröstete Bohnen werden ölig und können das Sieb verstopfen, zu hell geröstete bringen manchmal nicht die gewünschte Intensität.
Beim Mahlgrad gilt: fein, aber nicht zu fein. Mahlst du zu fein, überextrahierst du den Kaffee, und er schmeckt bitter. Mahlst du zu grob, bleibt die Extraktion unvollständig, der Espresso wird dünn und sauer.
Wasser, Pulver und Extraktionszeit
Das klassische Rezept für den Espresso, in Italien schlicht Caffè genannt, braucht etwa 50 Milliliter Wasser auf 18 Gramm Kaffeepulver im Doppelsiebträger. Im Einersieb reichen rund 10 Gramm. Die Extraktion sollte 25 bis 30 Sekunden dauern.
Läuft sie länger, wird der Espresso bitter. Läuft sie kürzer, bleibt er dünn und sauer. Heiz die Maschine deshalb vor, und achte darauf, dass Druck und Wassertemperatur während des Brühvorgangs konstant bleiben.

Ristretto, Doppio, Lungo und Americano: die Grundvarianten
Espresso lässt sich in drei Richtungen verändern: verkürzt, verlängert oder ergänzt. Der Ristretto ist die verkürzte Variante. Die Wassermenge wird etwa halbiert, auf rund 20 Milliliter, die Menge an Kaffeepulver bleibt wie beim Standardespresso. Besonders in Süditalien ist der Ristretto wegen seiner Stärke beliebt.
Bei den verlängerten Varianten gibt es den Doppio, den Americano und den Lungo. Doppio heißt einfach doppelt, es ist ein doppelter Espresso. Beim Americano kommt nachträglich heißes Wasser dazu, der Geschmack wird milder. Den Namen bekam er von US-Amerikanern, die sich den starken italienischen Kaffee mit Wasser zu ihrem eigenen Americano verdünnten.
Der Lungo sieht dem Americano ähnlich, schmeckt aber anders. Er wird mit derselben Kaffeepulvermenge wie ein einfacher Espresso zubereitet, nur läuft mehr Wasser durch das Pulver. Weil die gesamte Wassermenge mit dem Kaffeepulver in Berührung kommt, wird der Lungo kräftiger als der Americano.

Cappuccino, Flat White und Corretto: wenn noch etwas dazukommt
Der Espresso ist die Basis für zahlreiche weitere Getränke. Kommt Milch, Milchschaum, Sahne, Schokolade oder Alkohol dazu, entstehen Cappuccino, Latte Macchiato, Flat White, Marocchino, Caffè Macchiato oder der Caffè Corretto mit Grappa.
Nicht alle davon stammen aus Italien. Der Latte Macchiato ist vor allem in deutschen Cafés verbreitet, und der Flat White hat seine Wurzeln in Australien und Neuseeland.
Welche Variante am Ende in deiner Tasse landet, ist Geschmackssache, und die findest du am ehesten durch Ausprobieren heraus. Wer statt einer Siebträgermaschine einen Espressokocher benutzt, findet einen eigenen Weg zur Tasse Espresso in unserem Guide zum Espressokocher.

Kaffeelust-Redaktion
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