So reinigst du Mahlwerk und Kaffeevollautomaten richtig

Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 5 Min.

So reinigst du Mahlwerk und Kaffeevollautomaten richtig

Ein Vollautomat, der drei Tassen am Tag brüht, mahlt im Jahr um die zehn Kilogramm Bohnen, und jede einzelne lässt etwas zurück: Fett am Mahlwerk, Satz in der Schale, Kalk im Kreislauf. Schmeckt der Kaffee plötzlich bitter oder ranzig, liegt es selten an der Bohne. Meistens ist es die Maschine, die eine Reinigung braucht.

Warum Mahlwerk und Brühgruppe regelmäßige Pflege brauchen

Bitterstoffe, ranzige Kaffeeablagerungen und Kalk wirken sich direkt auf den Geschmack aus. Sie setzen sich an den Stellen ab, an denen die Bohne gemahlen und das Wasser durch den Kaffee gepresst wird. Wer diese Stellen regelmäßig reinigt, schmeckt den Unterschied in der Tasse.

Was im Mahlwerk passiert, wenn du es nicht reinigst

Geröstete Kaffeebohnen enthalten Fette und Öle. Aus demselben Grund lohnt sich auch die richtige Lagerung von Kaffeebohnen: Was im Vorratsbehälter oxidiert, oxidiert am Mahlwerk genauso. Dort legen sich die Öle als Film auf Scheiben oder Kegel und werden mit der Zeit ranzig. Das wirkt sich geschmacklich negativ auf den Kaffee aus, und auch die Mahlleistung leidet durch die Ablagerungen.

Diese Fehler solltest du bei der Reinigung vermeiden

Verwende zur Reinigung des Mahlwerks keine Reis- oder Dinkelkörner, wozu manchmal geraten wird. Getreide ist für die Mühle viel zu hart. Keramikmahlwerke können daran brechen, und auch Edelstahlmahlwerke nehmen auf Dauer Schaden. Viele Hersteller schließen bei Getreide im Mahlwerk die Garantie aus.

Nimm stattdessen einen Mühlenreiniger in Granulatform, etwa den Mahlwerksreiniger von ceragol oder Urnex Grindz. Das Granulat wird wie Bohnen gemahlen, bindet dabei Fette und Öle und lässt sich rückstandsfrei wieder herausmahlen.

Logo Ceragol Ultra mit Schriftzug Kompetenz in Reinigung und Pflege

So reinigst du das Mahlwerk im Vollautomaten

Entleere den Bohnentank und gib die Reinigermenge nach Packungsangabe hinein. Bei ceragol sind das 30 Gramm je Reinigung, bei Urnex Grindz etwa 35. Starte dann den Kaffeebezug: Die Maschine mahlt das Granulat wie Bohnen, dabei werden Fette und Öle gebunden. Danach befüllst du den Tank wieder mit Kaffee und schüttest die ersten zwei bis drei Tassen weg, damit keine Reinigerreste in der Tasse landen.

Und bei einer eigenständigen Kaffeemühle?

Bei einer Espressomühle oder elektrischen Filtermühle läuft es ähnlich, nur ohne Kaffeebezug: Granulat in den leeren Bohnentrichter, bei mittlerem Mahlgrad komplett durchmahlen, danach ein bis zwei Ladungen Kaffeebohnen hinterhermahlen und verwerfen. Gründlicher wird es, wenn du zusätzlich alle paar Monate den Trichter abnimmst und Mahlkammer und Auswurf mit Pinsel oder Staubsauger von Pulverresten befreist. Bei vielen Mühlen lässt sich dafür der obere Mahlring ohne Werkzeug herausdrehen. Notiere dir vorher die Mahlgradeinstellung, dann findest du nach dem Zusammenbau zurück zum gewohnten Ergebnis.

Handmühlen brauchen kein Granulat: Sie sind so gebaut, dass du sie komplett zerlegen und trocken ausbürsten kannst. Wasser hat im Mahlwerk nichts verloren, es lässt Stahl korrodieren und quellt Pulverreste auf.

Behälter und Brühgruppe sauber halten

Reinige alle entnehmbaren Behälter regelmäßig. Dort sammelt sich alter Kaffeesatz, und in der feuchten Wärme der Maschine schimmelt er schnell. Ein Reinigungsspray für Kaffeemaschinen hilft: einsprühen, einige Minuten einwirken lassen, mit einem Tuch auswischen. Danach spülst du die Behälter mit warmem Wasser aus, trocknest sie ab und setzt sie wieder ein.

Kaffeeauffangbehälter mit verkrusteten Rückständen und daneben derselbe Behälter gereinigt

In der Brühgruppe wird das Kaffeepulver gepresst und mit heißem Wasser durchströmt, hier lagert sich am meisten ab. Lässt sie sich aus dem Gerät nehmen, reinigst du sie ebenso mit dem Spray: einsprühen, mit warmem Wasser abspülen, gut trocknen lassen. Ist das nicht möglich, reicht das Reinigungsprogramm der Maschine. Bevor du die Brühgruppe wieder einsetzt, fettest du den Dichtungsring am Brühkolben und die seitlichen Laufschienen mit einem lebensmittelechten Schmiermittel, damit sie leichtgängig bleibt.

Person mit blauen Handschuhen sprüht Reiniger auf Espressomaschine und wischt mit Tuch

Entkalken und Reinigungsprogramme richtig nutzen

Die meisten Kaffeevollautomaten haben automatische Pflegeprogramme, üblich sind zwei, bei Geräten mit Milchfunktion drei. Das Entkalkungsprogramm entfernt mit einem Entkalker sämtliche Kalkrückstände aus dem System. Das allgemeine Reinigungsprogramm löst mit einer Reinigungstablette alte Kaffeeablagerungen in Leitungen und Auslauf. Hat die Maschine zusätzlich ein Milchsystem, gibt es dafür ein eigenes Reinigungsprogramm, am besten mit einem flüssigen Milchsystemreiniger, der Milch- und Eiweißrückstände löst.

Grafik mit Kaffeevollautomat in der Mitte und Ceragol-Reinigungsprodukten den Maschinenteilen A bis E zugeordnet

Passende Reinigungs- und Entkalkungsmittel für verschiedene Kaffeemaschinen-Systeme bietet unter anderem die Firma ceragol an, etwa das Spezial-Spray ceragol Coffee Clean zum Reinigen oder das Sprüh-Öl ceragol Function Oil für die Maschinenpflege. Wie du den richtigen Entkalker für deine Maschine findest, liest du im Artikel zum Entkalker für Kaffeeautomaten und Espressomaschinen.

Ein Rhythmus, der sich merken lässt

Statt einzelner Termine hilft eine feste Einteilung. Sie stammt aus der Gastronomie, funktioniert zuhause aber genauso.

Täglich: Milchsystem nach dem letzten Milchgetränk spülen, Tresterbehälter und Auffangschale leeren, Wassertank frisch befüllen. Zwei Minuten, die das meiste verhindern.

Wöchentlich: Wassertank, Tresterbehälter und Auffangschale mit warmem Wasser auswaschen und trocknen lassen. Brühgruppe herausnehmen, sofern dein Gerät das zulässt, und unter fließendem Wasser abspülen.

Monatlich: Mahlwerk reinigen, Reinigungsprogramm für das Milchsystem laufen lassen, und prüfen, ob die Maschine eine Entkalkung anmeldet. Bei hartem Wasser oder viel Betrieb wird daraus ein kürzerer Abstand. Eine Espressomühle mit täglichem Einsatz verträgt die Granulatreinigung auch alle zwei Wochen.

Wie viel Zeit die Pflege wirklich kostet

Die Mahlwerkreinigung selbst dauert wenige Minuten, das meiste davon ist Warten auf den Durchlauf. Teurer ist das Weglassen: Eine verschlissene Brühgruppe oder ein verharztes Mahlwerk kostet als Reparatur schnell mehr als ein Jahresvorrat an Reiniger.

Fotos: © ceragol

Dieser Artikel entstand ursprünglich mit Material der Firma ceragol ultra und wurde von der Kaffeelust-Redaktion überarbeitet und um herstellerunabhängige Angaben ergänzt.

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