Woher kommt unser Kaffee? Die Geschichte und der Reiseweg des schwarzen Goldes nach Deutschland.

Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 3 Min.

Woher kommt unser Kaffee? Die Geschichte und der Reiseweg des schwarzen Goldes nach Deutschland.

Kaffee gehört für die meisten so selbstverständlich zum Tag wie der erste Blick aufs Handy. Kaum jemand denkt beim ersten Schluck daran, dass die Bohne davor eine lange Reise hinter sich hat. Sie beginnt in den Bergen Äthiopiens, führt über die Kaffeehäuser Arabiens und endet, nach Wochen auf See, im Hamburger Hafen. Erst von dort aus kommt der Kaffee zu dir.

Kaldi und die Ziegen aus Äthiopien

Die Legende führt in die Hochländer Äthiopiens, zu einem Hirten namens Kaldi. Kaldi hütete seine Ziegen, als ihm auffiel, dass die Tiere nach dem Fressen roter Beeren von einem bestimmten Baum ungewöhnlich munter wurden. Er probierte die Beeren selbst und spürte die belebende Wirkung sofort. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen zumindest den Kern der Geschichte: Die ersten wilden Kaffeebäume wuchsen tatsächlich in Äthiopien, und die Region gilt bis heute als Wiege des Kaffees.

Kaldi soll seine Entdeckung mit einem Mönch geteilt haben. Der Mönch braute aus den Beeren ein anregendes Getränk und brachte es in sein Kloster. Von dort verbreitete sich der Trank in den Klöstern der Region, bevor er seinen Weg über das Rote Meer nach Arabien fand.

African traditional coffee roasting process by local tribes in mountain regions

Von Mokka in die Kaffeehäuser Europas

In Arabien, vor allem im heutigen Jemen, wurde der Kaffeebaum im 15. Jahrhundert erstmals gezielt kultiviert. Der Hafen von Mokka entwickelte sich zum zentralen Umschlagplatz für den Handel. Von dort aus verbreitete sich der Kaffee im gesamten Osmanischen Reich, gebrüht nach der Methode, die bis heute als türkischer Kaffee bekannt ist: fein gemahlen, mit Wasser aufgekocht und ungefiltert serviert.

traditional coffee in the Turks, close view

Europäische Handelsmächte brachten den Kaffeebaum schließlich über ihre Kolonien nach Mittel- und Südamerika, nach Asien und in weitere Teile Afrikas, wo das Klima den Anbau erlaubte. In den großen Städten Europas entstanden derweil die ersten Kaffeehäuser. Sie wurden zu Treffpunkten für Gespräche und Austausch, lange bevor es Cafés mit WLAN gab.

Historisches Foto eines Pariser Cafés mit Kellnern und Gästen vor der Fassade

Der Kaffeegürtel: wo die Bohne heute wächst

Kaffee wächst nur in einem schmalen Streifen rund um den Äquator, zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis. Fachleute nennen dieses Gebiet den Kaffeegürtel. Brasilien ist darin der größte Player und liefert einen erheblichen Teil des weltweiten Exports. Vietnam hat sich auf die Robusta-Bohne spezialisiert, Kolumbien auf Arabica. Äthiopien bleibt bis heute für seine eigenen, teils wilden Kaffeesorten bekannt.

Trees and coffee trees in the foggy forest

Nach der Ernte werden die Kirschen von Hand oder maschinell sortiert, bevor die Bohnen ihre Reise in Richtung Europa antreten. Verpackt in Säcke oder lose in Containern, geht es von den Erzeugerländern zu den großen Handelshäfen.

African American workers sorting out coffee beans

Der Hamburger Hafen als Drehscheibe

Einer dieser Häfen liegt in Deutschland. Hamburg ist der größte Kaffee-Import-Hafen Europas und damit die zentrale Drehscheibe für die Verteilung in Deutschland und die Nachbarländer. Von hier aus geht ein Großteil des Kaffees, den du in Supermärkten, Cafés und Onlineshops findest, seinen letzten Weg zum Verbraucher.

container wharf in nightfall, international import and export trade background

Cupping: die Prüfung vor dem Regal

Bevor der Kaffee weiterverkauft wird, durchläuft er eine Qualitätskontrolle. Fachleute, die man Cupper nennt, verkosten die Bohnen und bewerten Aroma, Körper und mögliche Fehler in der Tasse. Erst nach dieser Prüfung geht der Kaffee in den Verkauf.

Professional coffee cupping, coffee tasting in Africa

Rösten und verkaufen in Deutschland

Die meisten Bohnen werden erst kurz vor dem Verkauf geröstet, oft direkt im Zielland. Deutschland hat dabei eine lange Tradition an Röstereien, von großen Marken bis zu kleinen Handwerksbetrieben, die in überschaubaren Mengen arbeiten. Nach der Röstung wird der Kaffee verpackt und über Supermärkte, Cafés und Onlineshops verkauft, oft nur wenige Tage nachdem er die Trommel verlassen hat.

smiling construction worker during the coffee brake

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Friends looking at mobile phone while sitting in cafe

Kaffeelust-Redaktion

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