Perfekter Kaffee unterwegs: So gelingt der Kaffee beim Camping

Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 4 Min.

Perfekter Kaffee unterwegs: So gelingt der Kaffee beim Camping

Kaffee und Camping gehören zusammen. Ob du mit dem Van unterwegs bist, am Strand campierst oder für eine Wanderung dein Gepäck packst: auf den gewohnten Kaffee musst du draußen nicht verzichten. Du brauchst dafür weder eine vollständige Kaffeemaschine noch teures To-Go-Equipment.

Mit der richtigen Methode, ein wenig Vorbereitung und ein paar Grundregeln gelingt der Kaffee auch ohne Küche und Steckdose. Welche Zubereitung du wählst, hängt vor allem davon ab, wie viel Platz du im Gepäck hast und wie kräftig du deinen Kaffee magst.

Die richtige Methode fürs Gepäck

Für die Zubereitung unterwegs zählt vor allem, dass die Ausrüstung wenig wiegt und wenig Platz braucht. Mit der French Press geht das in wenigen Minuten: Kanne, heißes Wasser und grob gemahlener Kaffee reichen schon. Für unterwegs gibt es sie auch aus Kunststoff oder Edelstahl, robuster als Glas. Eine Anleitung dazu findest du unter In 6 Schritten zum Kaffee aus der French Press.

Der Handfilter braucht noch weniger Platz. Du gießt das heiße Wasser von Hand über den gemahlenen Kaffee, langsam und in Kreisen, bis die ganze Menge durchgelaufen ist. Wie das im Detail funktioniert, zeigt Brühkaffee mit Drip Assist, wie vom Barista-Profi.

Die Aeropress presst den fertigen Kaffee mit leichtem Druck durch einen Filter in einen Becher. Sie wiegt kaum etwas, reicht für mehrere Portionen und passt in jeden Rucksack. Je nach Wassermenge entsteht ein kräftiger, espressoähnlicher Kaffee oder ein weicherer, filterartiger. Die einzelnen Schritte stehen in Aeropress in 8 Schritten zum perfekten Kaffee.

Wer es kräftiger mag, greift zur Herdkanne, auch Mokkakanne genannt. Sie braucht eine Hitzequelle wie einen Gaskocher, dafür entsteht ein Kaffee mit deutlich mehr Körper als aus dem Filter. Die Anleitung dazu steht unter In 7 Schritten zum Espresso aus der Herdkanne.

Cold Brew kommt ganz ohne Hitze aus. Kaffeepulver zieht mehrere Stunden in kaltem Wasser, danach filterst du ihn ab. Verglichen mit heiß gebrühtem Kaffee schmeckt das Ergebnis milder, mit weniger Säure und Bitterkeit, aber vollem Aroma. Dafür dauert die Zubereitung deutlich länger, planen musst du also im Voraus. Mehr dazu im Cold-Brew-Guide.

Zwei Tassen Kaffee im Freien, im Hintergrund Campingausrüstung

Wasser, Mahlgrad und Menge: was die Tasse wirklich prägt

Die Ausrüstung ist nur die halbe Miete. Genauso wichtig ist das Wasser, aus dem der Kaffee entsteht. Es macht einen großen Teil des Geschmacks aus, deshalb solltest du am Campingplatz möglichst klares, geschmacksneutrales Wasser verwenden. Mehr zum Thema liest du unter Wasser, der Interpret des Kaffees.

Auch der Mahlgrad entscheidet mit. Frisch gemahlene Bohnen behalten Aroma und Geschmack besser als vorgemahlener Kaffee. Jede Zubereitungsmethode braucht dabei einen eigenen Mahlgrad: fein für die Herdkanne, mittel für den Handfilter, grob für die French Press. Der Unterschied steht in Deshalb ist der Mahlgrad so wichtig.

Bei der Menge gilt: zu viel Kaffee macht ihn bitter, zu wenig macht ihn dünn und wässrig. Die Brühtemperatur liegt im Bereich von 90 bis 96 Grad. Am Lagerfeuer lässt sich das kaum exakt einstellen. Ein guter Anhaltspunkt: das Wasser vom Feuer nehmen, sobald es zu kochen beginnt, und es kurz abkühlen lassen, bevor du es zum Brühen verwendest.

Bohnen und Ausrüstung richtig vorbereiten

Wer unterwegs guten Kaffee trinken will, bereitet zu Hause vor. Kaffeebohnen sollten trocken, dunkel und luftdicht verpackt reisen, sonst verlieren sie schnell an Aroma. Für Pour Over und Handfilter reicht meist ein mittlerer Mahlgrad, für die Herdkanne ein feiner.

Eine kleine Handmühle lohnt sich, wenn du frisch gemahlenen Kaffee willst, ohne zu Hause schon mahlen zu müssen. Wer mehrere Zubereitungsarten dabei hat, mahlt am besten erst kurz vor dem Aufbrühen, weil jede Methode einen eigenen Mahlgrad braucht.

Auch das Equipment selbst spielt eine Rolle. French Press, Handfilter, Herdkanne oder Aeropress sollten sauber und in gutem Zustand sein, bevor sie ins Gepäck kommen. Kaffeereste von der letzten Tour setzen sich sonst fest und verändern den Geschmack der nächsten Tasse.

Kaffeezubehör und Tasse auf einem Baumstumpf im Freien

Kaffee warm halten unterwegs

Beim Camping kühlt Kaffee schnell aus, besonders im Herbst oder in den Bergen. Eine Thermoskanne hält ihn über mehrere Stunden warm und eignet sich für längere Wanderungen und einen Tag am Strand genauso wie für den Vormittag am Zeltplatz.

Isolierte Becher und Gläser erfüllen denselben Zweck für die einzelne Tasse. Sie sind leichter als eine Kanne und reichen, wenn du deinen Kaffee direkt nach der Zubereitung trinkst und nicht über Stunden warm halten musst.

Paar campiert mit Wohnmobil im Freien und trinkt Kaffee am Lagerfeuer

Häufige Fragen zum Kaffee beim Camping

Welche Zubereitung eignet sich am besten fürs Camping?

French Press, Handfilter, Aeropress und Herdkanne sind alle leicht, robust und brauchen wenig Platz. Für Cold Brew brauchst du gar keine Hitzequelle. Welche Methode am besten passt, hängt vom Geschmack und vom verfügbaren Gepäck ab.

Wie hältst du Kaffee beim Camping warm?

Eine Thermoskanne oder ein isolierter Becher halten die Temperatur über mehrere Stunden. Für den Genuss direkt nach dem Brühen reicht eine normale Tasse.

Muss der Kaffee frisch gemahlen sein?

Nötig ist es nicht, aber frisch gemahlene Bohnen schmecken intensiver als vorgemahlener Kaffee. Eine kleine Handmühle lohnt sich, wenn im Gepäck noch Platz ist.

Kaffeezubehör im Freien, Detailaufnahme

Kaffeelust-Redaktion

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