Woher kommen die kleinen Bläschen auf dem Kaffee?

Von der Kaffeelust-RedaktionVeröffentlicht am 2 Min.

Woher kommen die kleinen Bläschen auf dem Kaffee?

Vielleicht hattest du schon einmal eine Tasse Kaffee, in der es geblubbert hat. Nicht weil der Kaffee darin brühend heiß war, sondern weil sich viele kleine Bläschen nach dem Einschenken auf der Oberfläche getummelt haben. Aber woher kommen die eigentlich? Zeit für eine kleine Kaffee-Chemie-Stunde.

Ähnliches passiert mit einem kohlensäurehaltigen Getränk, wenn es von einem Behälter in einen anderen geschenkt wird. Tatsächlich haben die Bläschen auf dem Kaffee und die Kohlensäure im Getränk denselben Ursprung: Kohlenstoffdioxid oder auch CO<sub>2</sub>.

Kohlenstoffdioxid entsteht, während die Kaffeebohnen geröstet werden. Durch die Hitze bilden sich Aminosäuren und Kohlenhydrate in den Kaffeebohnen. Dieser Prozess wird in der Chemie als Strecker-Abbau und Maillard-Reaktion bezeichnet. Dadurch entfalten sich die unterschiedlichsten Aromen. Das Rösten führt außerdem zum thermochemischen Abbau der Kohlenhydrate.

Der größte Teil von CO<sub>2</sub> entweicht innerhalb der ersten Tage nach dem Rösten aus den Bohnen. Das restliche Gas wird über Wochen nach und nach abgegeben. Insgesamt entwickelt 1kg ganze 10l Gas. Eine buchstäbliche Zerreißprobe für die Verpackungstüte. Um zu verhindern, dass die Verpackung durch austretendes CO<sub>2</sub> platzt, hat sie idealerweise ein Einweg-Ventil eingebaut. So wird sichergestellt, dass kein Sauerstoff von draußen an die Bohnen gelangt – denn der reagiert mit ihren Aromastoffen, die sich durch den Kontakt verflüchtigen – und gleichzeitig das CO<sub>2</sub> entweichen kann.

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Je länger der Kaffee geröstet wird, desto mehr CO<sub>2</sub> entsteht. Deshalb haben dunkle Bohnen einen höheren CO<sub>2</sub>-Anteil als hellere. Sobald der Kaffee gemahlen wird und durch den Brühprozess mit heißem Wasser in Berührung kommt, wird der Gasaustritt beschleunigt. Wenn jetzt der gebrühte Kaffee direkt gereicht oder später aus einer Thermoskanne etwa in die Tasse gegossen wird, kann man zahlreiche CO<sub>2</sub>-Blubber-Bläschen auf der Oberfläche bestaunen.

Einweg-Ventile sind übrigens ein Kennzeichen guter Röstereien, die Wert auf möglichst viel Aroma legen. Die weniger teure Variante sind Kaffeetüten mit Löchern, aus denen das Gas strömen kann. Die sind zwar klein, trotzdem gelangt Sauerstoff an die Bohne, und mit dem Gas verflüchtigen sich auch die Aromastoffe.

Und noch ein Tipp: bei Kaffee gilt dasselbe wie bei einem Steak – gut abgehangen schmeckt’s am besten! Der Zeitpunkt, an dem Kaffee seine Aromen optimal entfaltet, beginnt eine Woche nach der Röstung für Filterkaffee und nach sechs Wochen für Espresso.

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