Flash-Brewing: So gelingt dir japanischer Eiskaffee

Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 4 Min.

Flash-Brewing: So gelingt dir japanischer Eiskaffee

Das Rezept auf einen Blick

Zutaten

  • 30 g mittel-grob gemahlener Kaffee
  • 200 g Eiswürfel
  • 300 g heißes Wasser, etwa 93 bis 96 Grad Celsius

Zubereitung

  1. Die Kaffeekanne mit den Eiswürfeln füllen.
  2. Den gemahlenen Kaffee in den Filter der Kaffeemaschine geben.
  3. Das heiße Wasser langsam und gleichmäßig über den gemahlenen Kaffee gießen.
  4. Den Kaffee in den unteren Teil der Kanne tropfen lassen, wo er sofort auf das Eis trifft und abkühlt.
  5. Den Kaffee umrühren, damit er vollständig abgekühlt ist.
  6. Sofort servieren, bei Bedarf mit zusätzlichem Eis.

Japanischer Eiskaffee klingt nach einer fernöstlichen Spezialität. Dahinter steckt aber vor allem ein einfaches Prinzip: heißes Wasser trifft sofort auf Eis. Die Methode heißt Flash-Brewing und liefert einen Kaffee, der heller und fruchtiger schmeckt als klassischer Eiskaffee aus dem Kühlschrank. Wie das funktioniert, was du dafür brauchst und warum ein japanischer Röster hunderte Dollar für ein einziges Pfund Rohkaffee zahlt, liest du hier.

Was ist Flash-Brewing?

Beim Flash-Brewing extrahierst du den Kaffee mit heißem Wasser, so wie beim klassischen Filterkaffee. Der Unterschied liegt im Timing. Der fertige Kaffee tropft nicht in eine leere Kanne, sondern direkt auf Eis. Die Hitze holt Aromen und Öle aus dem Kaffeemehl, das Eis fängt sie im selben Moment ein, in dem sie entstehen. So bleibt der Kaffee kräftig im Geschmack, ohne dass er später durch langsames Abkühlen verwässert.

Warum schmeckt Flash-Brew heller und fruchtiger als klassischer Eiskaffee?

Normaler Eiskaffee kühlt langsam ab, oft über Stunden im Kühlschrank. Dabei verändern sich die Aromen weiter, die bei der Extraktion entstanden sind. Flash-Brew versiegelt den Geschmack dagegen im Moment des Aufgusses. Deshalb wirkt er heller und lebendiger, mit den fruchtigen Noten, die in einem hellen Röstkaffee ohnehin schon angelegt sind. Für die Methode eignet sich ein hell gerösteter Kaffee mit fruchtigem Profil besser als eine dunkle Röstung.

Das Grundrezept für deinen Flash-Brew

Für Flash-Brew brauchst du kein besonderes Gerät, nur eine Kaffeekanne mit Filter und Eis.

Zutaten:

  • 30 Gramm mittel-grob gemahlener Kaffee
  • 200 Gramm Eiswürfel
  • 300 Gramm heißes Wasser, etwa 93 bis 96 Grad Celsius

Anleitung:

  • Fülle die Kaffeekanne mit den Eiswürfeln.
  • Gib den gemahlenen Kaffee in den Filter deiner Kaffeemaschine.
  • Gieße das heiße Wasser langsam und gleichmäßig über den gemahlenen Kaffee.
  • Lass den Kaffee in den unteren Teil der Kanne tropfen, wo er sofort auf das Eis trifft und abkühlt.
  • Rühre den Kaffee um, damit er vollständig abgekühlt ist.
  • Serviere ihn sofort, bei Bedarf mit zusätzlichem Eis.

Glass with ice for cold brew coffee

Wichtig ist das Verhältnis von Kaffee, Wasser und Eis. Zu viel Eis macht den Kaffee wässrig, zu wenig lässt ihn nicht schnell genug abkühlen.

Woher der japanische Blick für Kaffee kommt

Dass in Japan mit einer fast zeremoniellen Sorgfalt an Kaffee herangegangen wird, hat einen kulturellen Hintergrund. Kentaro Maruyama, Kaffeeröster bei Maruyama Coffee und seit 32 Jahren im Geschäft, sitzt als Juror beim Cup of Excellence, dem Wettbewerb, der die besten Kaffees eines Erzeugerlandes kürt.

Über die japanische Herangehensweise sagt er: „Wir Japaner nehmen manchmal die Dinge zu ernst, das ist so in uns drin. Die ganz alltäglichen Dinge, ja sogar Hausarbeit, versuchen wir zu spirituellen Tätigkeiten zu erheben und Rituale daraus zu machen.“

Kentaro Maruyama am Herkunftsort

Genau diese Ernsthaftigkeit erklärt auch, warum eine Methode wie Flash-Brewing in Japan entstehen konnte: Ein Aufguss, bei dem jede Sekunde zählt, passt zu einer Kultur, die Zubereitung als Handwerk begreift.

Vom Teeland zur Kaffeenation

Kaffee war in Japan lange ein Nischengetränk. Maruyama hat den Wandel selbst miterlebt: „Vor gut 20 Jahren war es noch so, dass Kaffee ein richtig exotisches Getränk war.“ Er erinnert sich an eine Kindheit voller Tee, nach jeder Mahlzeit. Heute sieht er das anders: „Heute trinken mittlerweile so viele Leute täglich Kaffee, dass das Bild des ewig teetrinkenden Japaner nicht mehr stimmt.“ Besonders bei jüngeren Japanern beobachtet er diesen Wandel. Mittlerweile betreibt er selbst mehrere Shops, auch in Tokio.

Warum ein Pfund Rohkaffee hunderte Dollar kosten darf

Für ausgezeichnete CoE-Kaffees zahlt Maruyama Summen, bei denen andere zögern würden. Er begründet das mit dem Wettbewerb selbst: „Der CoE ist ein ganz wichtiger Faktor in meinem Kaffeegeschäft, denn dieser Wettbewerb gibt mir eine Orientierung für den Standard von Qualitätskriterien.“ Auf die Frage, ob sich der hohe Preis lohnt, antwortet er knapp: „Ja, das tut es, denn sich an diesen hohen Qualitätsstandard zu halten, hat uns wirklich weitergebracht.“

Kentaro Maruyama beim Cupping

Er ergänzt: „Und außerdem mögen wir Japaner Auktionen und Wettbewerbe, da kann ich mich nicht ausnehmen. Solche Formate sind uns also vertraut, deshalb denke ich, dass CoE-Kaffees auch wichtig sind für den japanischen Markt.“

Der beste Kaffee ist der, der dir schmeckt

Trotz aller Hingabe hat Maruyama keine feste Meinung darüber, wie Kaffee sein muss. Auf die Frage nach seiner liebsten Zubereitung sagt er: „Ich habe aber keine so bestimmte oder starke Idee davon, wie Kaffee sein muss.“ Und weiter: „Für mich gibt es keinen besten Kaffee und keine beste Art, ich liebe Kaffee genauso, wie er sich mir präsentiert.“

Coffee beans

Genau deshalb lohnt sich auch ein Versuch mit Flash-Brew, nicht als einzig wahre Methode, sondern als eine weitere Art, Kaffee kennenzulernen. Wenn du Lust auf weitere Gespräche mit Menschen aus der Kaffeewelt hast, findest du sie in unseren Interviews.

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