Kaffeekosmetik: Was kann Kaffee in Seife, Creme & Co.?

Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 3 Min.

Kaffeekosmetik: Was kann Kaffee in Seife, Creme & Co.?
Kaffeekosmetik Seife mit Kaffeebohnen

In einer Kaffeebohne stecken an die 1.000 Inhaltsstoffe. Entsprechend verarbeitet die Wellnessbranche sie in Cremes, Seifen und Peelings und dabei kräftig wirbt. Was davon wirklich in der Dose steckt und was nur Werbung ist, kannst du gut auseinanderhalten. Los geht's mit den Versprechen selbst.

Was hinter den Werbeversprechen steckt

Viele Anbieter werben mit sichtbaren Ergebnissen nach wenigen Tagen. Rechtlich reicht dafür oft schon aus, dass ein paar Testpersonen die Wirkung in einer Befragung bestätigt haben. Mit einem wissenschaftlichen Nachweis hat das nichts zu tun, auch wenn es sich in der Anzeige genauso liest. Die EU-Kosmetikverordnung verlangt zwar einen Beleg für jede angegebene Wirkung. Wie gründlich der im Einzelfall geprüft wird, bleibt dabei offen.

Kaffeesatz als Peelingkörper

Was sich ohne Umweg beschreiben lässt: Kaffeesatz ist grobkörnig. Genau deshalb landet er in Peelings. Beim Einmassieren trägt die Körnung abgestorbene Hautschuppen mechanisch ab, so wie es jedes andere Peeling mit festen Partikeln auch tut. Das ist keine besondere Eigenschaft von Kaffee. Es ist aber der einleuchtende Grund, warum Kaffeesatz überhaupt in einer Tube landet und nicht im Biomüll.

Koffein als Zutat, nicht als Zauberformel

Koffein gehört neben der Körnung zu den Zutaten, die in Cremes und Seifen der Wellnessbranche immer wieder auftauchen. Kaffeesatz, der beim Aufbrühen übrig bleibt, enthält noch einen Rest davon. Das macht ihn zu einem brauchbaren Rohstoff für Naturkosmetik, unabhängig davon, was ein Etikett sonst verspricht. Aus demselben Grund gibt es in der Naturkosmetik auch Kaffee-Shampoos.

Das Problem, das in jedem Café anfällt

In Cafés bleibt täglich viel Kaffeesatz übrig, für den es selten ein Konzept gibt. Das bemerkten Liam Metzen und Leonardt Mücke, als sie in einem Hamburger Café als Barista arbeiteten. Der Kaffeesatz landete im Müll, obwohl er noch Koffein enthielt und genau die Körnung mitbrachte, die ein Peeling braucht. 2021 gründeten die beiden deshalb Coffeecycle, um daraus Seife herzustellen.

Hand schaufelt Kaffeesatz mit einer Kelle in eine Metallwanne

Wie aus Kaffeesatz Seife wird

Der Kaffeesatz für Coffeecycle kommt aus Partnercafés in Hamburg. Er wird eingesammelt, geprüft und getrocknet, danach gesiebt und vakuumiert. Allein liefert Kaffeesatz keine Feuchtigkeit, deshalb kommen Kokosöl und Olivenöl dazu. Am Ende steht eine Seife, in der der Kaffeesatz für die Körnung sorgt und die übrigen Zutaten für den Rest.

Runde Seife mit Prägung Coffeecycle Hamburg zwischen Kaffeebohnen und Orangen

Woher der Duft wirklich kommt

Nach Kaffee riecht so eine Seife kaum von selbst. Coffeecycle fügt deshalb ätherische Öle hinzu, meist Orange oder Pfirsich. Willst du wissen, woher der Duft in deiner Tasse Kaffee kommt, hilft dir das eher beim Rösten und Aufbrühen weiter als in der Kosmetik.

Wo es die Seifen gibt

Die Seifen von Coffeecycle gibt es im Handel oder online unter coffeecyclehamburg.com. Verkauft wird dort, was aus dem Kaffeesatz Hamburger Partnercafés entsteht, sobald genug davon gesammelt, getrocknet und gesiebt ist.

Verpackungen von Kaffee-Orangen-Seife und Kaffee-Pfirsich-Seife vor grünen Pflanzen

Fotos: © Adobe Stock, Zena Demir; Liam Metzen und Leonardt Mücke (Coffeecycle)

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