Kaffee aus der Dose: was in RTD-Getränken wirklich drin ist

Von der Kaffeelust-RedaktionAktualisiert am 2 Min.

Kaffee aus der Dose: was in RTD-Getränken wirklich drin ist

Das Kühlregal im Supermarkt ist voll davon: Cold Brew in der Dose, Latte im Becher, Espresso zum Mitnehmen. RTD heißt das im Handel, ready to drink. Was davon lohnt sich, und woran erkennst du es?

Warum das Segment wächst

RTD löst ein Problem, das der Kaffeehandel lange ignoriert hat: Kalter Kaffee war unterwegs kaum zu bekommen, ohne dass jemand heißen Kaffee über Eis goss.

Dazu kommt die Zielgruppe. Wer mit Eiskaffee aufgewachsen ist, empfindet die Dose nicht als Notlösung, sondern als normale Darreichungsform. Das ist derselbe Weg, den Eistee vor dreißig Jahren genommen hat.

Warum es anders schmeckt als frisch

Hier liegt der Kern, und den verschweigen die Etiketten.

Kaffee in der Dose muss haltbar sein. Also wird er erhitzt, meist pasteurisiert, oft bei Temperaturen deutlich über dem, was der Kaffee je gesehen hat. Dabei verschwinden genau die flüchtigen Aromen, für die man einen guten Kaffee kauft: die fruchtigen, blumigen, die obenauf sitzen.

Was übrig bleibt, ist die Basis. Schokolade, Nuss, Karamell, Röstnoten. Deshalb schmecken fast alle RTD-Kaffees in dieselbe Richtung, egal was auf der Dose steht.

Manche Hersteller arbeiten stattdessen mit Hochdruck statt Hitze. Das Verfahren heißt HPP und erhält mehr Aroma, verlangt aber durchgehende Kühlung. Solche Produkte stehen im Kühlregal, nicht im Getränkeregal, und sind deutlich kürzer haltbar. Das ist das verlässlichste Unterscheidungsmerkmal im Laden.

Dosen im Regal

Was auf dem Etikett steht

Die Verkehrsbezeichnung. „Kaffeegetränk" und „Milchmischgetränk mit Kaffee" sind nicht dasselbe. Das zweite ist überwiegend Milch. Wo Kaffee tatsächlich die Hauptrolle spielt, steht er in der Zutatenliste vorn.

Die Zutatenliste selbst. Sie ist nach Gewicht sortiert. Wenn Zucker vor Kaffee steht, weißt du, was du kaufst.

Der Zuckergehalt je 100 ml, nicht je Packung. Die Angabe pro Portion verschleiert gern, dass die Dose 250 ml hat.

Die Herkunft. Sehr wenige RTD-Produkte nennen Ursprung oder Röstung. Wo doch, ist das ein Hinweis darauf, dass jemand auf den Kaffee geachtet hat und nicht nur auf das Rezept.

Wo RTD wirklich Sinn ergibt

Für den Alltag unterwegs: unbestritten. Es gibt kaum eine praktischere Art, kalten Kaffee mitzunehmen.

Für zuhause dagegen selten. Cold Brew selbst anzusetzen ist die anspruchsloseste Zubereitung überhaupt: grob gemahlener Kaffee, kaltes Wasser, zwölf bis sechzehn Stunden in den Kühlschrank, absieben. Kein Gerät, keine Technik, und du kannst die Bohne frei wählen. Eine Kanne davon kostet einen Bruchteil und schmeckt nach dem Kaffee, den du hineingegeben hast.

Das Rezept dafür steht bei uns unter Cold Brew.

Kaffeelust-Redaktion

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